
Davos wird zum Spengler Cup Rekord-Titelhalter
Der HCD wird nach dem diesjährigen Sieg mit 17 Titeln zum alleinigen Spengler-Cup-Titel Rekordhalter. In einem begeisternden Finalspiel boten beide Teams, auch die US Collegiate Selects, beste Unterhaltung in der – wie immer während dem Spengler Cup – ausverkaufen Davoser Eishalle. Die Partie war lange Zeit ausgeglichen bis dem HCD die Game winning Goals gelangen.
Die US Collegiate Selects sind das Überraschungsteam des diesjährigen Spengler Cup. Wobei die Überraschung heute anlässlich des Finals nicht mehr ganz so gross war. Im Verlauf der Altjahreswoche ist allen klar geworden, wie stark dieses Team ist. Und auch heute begannen die US Boys energisch und schnell und kamen zu einigen Chancen. Aber auch der HCD erarbeitete sich in dieser Anfangsphase einige gute Chancen. Eine Frage, die sich stellte, war jene nach den Energiereserven. Davos absolvierte seine fünfte Partie ist fünf Tagen, die US Boys die vierte Partie in sechs Tagen. Als Gruppenerster hatten sie am Sonntag und Montag spielfrei.
Doch wer sind sie, diese US Collegiate Selects? Sie vereinen einige der besten und talentiertesten Nachwuchsspieler aus dem amerikanischen College-Hockeysystem. Die NCAA Division I ist die höchste Stufe im US-College-Eishockey mit 64 Teams in sechs Konferenzen. Sie gilt als wichtigste Talentschmiede der NHL – rund 85 Prozent aller US-amerikanischen NHL-Spieler stammen aus der NCAA. College-Hockey-Spieler sind meist älter und erfahrener als klassische Studenten, viele starten ihr Studium nach Jahren in Junior-Ligen und spielen bis ins Alter von 24 oder 25 Jahren.
Die Teams sind international geprägt – mit Spielern aus den USA, Kanada, Schweden, Finnland, Deutschland, der Schweiz und Tschechien. Die US-amerikanische Collegemeisterschaft im Eishockey wird jährlich von der National Collegiate Athletic Association ausgetragen. Übrigens heisst „College“ in der deutschen Übersetzung „Hochschule“, also Universität. Die beiden letzten Meister der US-Studenten Meisterschaft waren die University of Denver im Jahr 2024 und die Western Michigan University in diesem Jahr. Vertreter der University of Denver im Spengler Cup Team ist der 21-jährige Eric Pohlkamp. Die University of Denver ist mit 10 Titeln übrigens Rekordmeister.
Mit den U.S. Collegiate Selects feiert 2025 erstmals eine NCAA-Auswahl ihr Debüt in Davos – jung, talentiert und in Europa noch nie zu sehen. Nun haben wir die kennengelernt. Und der eine oder andere Sportchef der obersten Schweizer Ligen dürfte sich Notizen gemacht haben. Und auch der Spengler Cup dürfte die US Boys wieder einladen.
Zurück aber zum Spiel. Der Start des Spiels gehörte den Selects. Davos konnte sich aber steigern und in der 12. Minute ein erstes Mal in Überzahl agieren. spielen. Innerhalb von nur 3 Sekunden traf Rasmus Asplund zum 0:1. Aber nur zwei Minuten später konnten die US Studenten das Geschehen durch Ryan Walsh ausgleichen. In der Davoser Eishalle war weiterhin sehr viel los und die Tore fielen wir reife Früchte von den Bäumen. In der 15. Minute brachte Adam Tambellini die Davoser wieder in Führung. Ein spektakuläres erstes Drittel ging mit der 1:2 Davoser Führung zu Ende.
Auch zu Beginn des zweiten Drittels wirbelten die US Boys weiter und griffen mit viel Tempo an. Und das Tempo wurde belohnt. Aiden Fink traf von hinter dem Tor zum 2:2. Er hatte den Davoser Goali angeschossen, von dessen Schlittschuh die Scheibe ins Tor kullerte. Das Spiel war alles in allem weiterhin ausgeglichen. Und entsprechend gingen die Hausherren zum dritten Mal in dieser Partie in Führung. Adam Tambellini hatte zum 2:3 getroffen. Wie ausgeglichen diese Partie war, zeigte auch ein Blick auf die Torschussstatistik zu Spielmitte. 14 zu 14 lautete diese.
Wie könnte es anders sein. Die Selects glichen wieder aus. Die US Boys, die nicht nur schnell, sondern auch technisch hochbegabt sind. Ein absolut grossartiger Angriff führte in der 34. Minute durch Jack Musa zum 3:3. Das Spiel war weiterhin auf sehr hohem Niveau und Eines war schon gegen Ende des zweiten Drittels klar. Entscheiden würden an diesem Finaltag Details. Denn beide Mannschaften spielten auf Augenhöhe. Wer würde den nächsten Führungstreffer erzielen? Und was wäre, wenn zum ersten Mal die US Boys in Führung gehen würden? All diese Fragen stellten sich für das dritte Drittel, das die Davoser für vier Minuten in Überzahl beginnen konnten.
Vor Beginn des letzten Drittel nahm sich der Coach der Selects Guy Gadowsky Zeit für ein SRF-Interview. Und er fasste seinen Game Plan so zusammen, wie die US Collegiate Selects in dieser Woche wahrgenommen worden waren: „Play fast and have a blast“. Oder zu Deutsch: Spiel schnell und hab jede Menge Spass. Und schnell konnten die US Boys wieder spielen, nachdem sie die 4-minütiuge Unterzahl zu Beginn dieses dritten Drittels überstanden hatten. Die Partie war weiterhin ausgeglichen und eigentlich spielten nicht nur die US Boys sondern auch Davos schnell. Und beidseits wurden Chancen ausgelassen. Und langsam bewegte man sich in die Phase, wo das Game winning Goal fallen kann.
Und wer weiss, vielleicht war das 3:4 für Davos durch Filip Zadina in der 56. Minute dieses Game winning Goal. Doch klar, die US Collegiate Selects hatten noch rund 4 Minuten Zeit. Würden sie zum vierten Mal in dieser Partie ausgleichen können? Nein, zumindest vorderhand nicht. Denn gut 3 Minuten vor Ende des Spiels erzielte Enzo Corvi das vermeintliche 3:5. Vermeintlich, denn die Selects liessen dieses Tor auf Offside überprüfen. Dank der sehr gut eingestellten Kamera – so eine gibt es in der National League nicht – war klar erkennbar. Kein Offside. Und damit Tor. Zudem eine Strafe gegen die US Boys. Wegen der erfolglosen Coaches Challenge.
Das dürfte die Entscheidung gewesen sein. Die Selcts nahmen trotzdem den Torhüter zu Gunsten eines, in diesem Fall, fünften Feldspielers. Was aber schief ging. Davos erzielte das sechste Tor. Davos sicherte sich damit seinen 17. Spengler Cup Sieg und für die Liste der Rekord-Sieger gegen das Team Canada (16 Titel) an. Hut ab aber vor beiden Teams. Wir hatten einen begeisternden Final gesehen und das lag logischerweise am Sieger Davos, aber auch an den begeisternd aufspielenden US Collegiate Selects.
Und? Werden die US Collegiate Selects nächstes Jahr wieder dabei sein? Als Sieger wären sie so oder so eingeladen worden. Aber als Zweiter ist das noch nicht klar. Die Frage bleibt im Moment noch offen. Nimmt man allerdings den Sympathie-Level für die Selects zu Rate , dann kann die Antwort nur Eine seine: Ja, unbedingt sollen die US Collegiate Selects wieder dabei sein. Denn die Studenten wollen auch wieder kommen. Auch sie haben es während der Altjahreswoche in der Schweiz, im Landwassertal sehr genossen. Oder wie es der Captain Vincent Borgesi von der Northeastern university im SRF-Interview so schön sagte: „Everybody was great to us! Thank you!“. Nun, dann bleibt nur noch Eines zu sagen. Herzliche Gratulation dem HCD und come back next year, dear students.
Best Player:
US Collegiate Selects: Aiden Fink
Davos: Adam Tambellini
US Collegiate Selects – HC Davos 3:6 (1:2 | 2:1 | 0:3)
Tore:
0:1 | 12.| Rasmus Asplund (Corvi)
1:1 | 14.| Ryan Walsh (Knuble)
1:2 | 15.| Adam Tambellini (Frick)
2:2 | 24.| Aiden Fink (Pohlkamp, Walsh)
2:3 | 32.| Adam Tambellini (Corvi)
3:3 | 34.| Jack Musa (Fink, Hughes)
3:4 | 56.| Filip Zadina (Andersson)
3:5 | 57.| Enzo Corvi (Jung)
3:6 | 58.| Matej Stranski (Andersson, Zadina)
Foto: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller