
Bitteres Aus für die Schweizer Nationalmannschaft in Milano
Im dritten Viertelfinalspiel des Tages konnte die Schweiz gegen Finnland lange eine 2:0-Führung halten, ehe die Finnen kurz vor Schluss noch ins Spiel zurückfand und doch noch jubeln konnte.
Die Schweiz startete aufsässiger ins Spiel, ehe Finnland ein erstes Mal in Überzahl agieren konnte. Doch die Schweiz hatte mit dem zweitbesten Boxplay des Turniers einen Vorteil und überstand die Strafe von Damien Riat unbeschadet. Bis zur achten Minute bekamen die Finnen kein einziger Torschuss zustande. Dies sprach für das gute Spielverständnis und Positionsspiel der Schweizer. Die Finnen wurden später offensiv präsenter, allerdings behielt die Schweiz die defensive Übersicht.
Das 1:0 für Finnland lag schon fast in der Luft, dann machte die Schweiz mit einem Angriff in der 15. Spielminute alles richtig. Ken Jäger machte Druck bis hinters gegnerische Tor, nahm dem finnischen Goalie Juuse Saros den Puck ab und Damien Riat vollendete den Rückpass souverän. Finnland versuchte zu reagieren, doch die Schweiz spielte clever nach vorne und kam durch Philipp Kurashev zur nächsten Grosschance. Diese Aktion stand am Anfang des 2:0 durch Nino Niederreiter, der mit dem zweiten Schweizer Treffer seinen ersten Punkt an den olympischen Spielen markierte.
Ein ausgeglichener Start erwarteten die Fans im Mitteldrittel. Die Finnen kamen in der 27. Minute durch Sebastian Aho zu einer Topchance, die Leonardo Genoni vereitelte. Kurz vor Spielhälfte dann die Schweiz: Timo Meier kämpfte sich gut durch und im Fallen hinter dem Tor brachte er den Puck noch in den Slot zu Nico Hischier, der nur knapp verpasste. Es war die beste Schweizer Chance im Mittelabschnitt.
Die Finnen erhöhten stetig den Druck, doch die Schweizer blieben standhaft. Auch Mikko Rantanen versuchte es, doch sein Abschluss vor Genoni ging knapp übers Tor. Nach einem weiteren Bully versuchte es Miro Heiskanen für Finnland backhand und aus spitzem Winkel. In der 37. Minute gab es für die Schweiz dann eine Entlastung mit dem ersten Powerplay, wobei aber keine Torgefahr für Finnland bestand. Auf der anderen Seite traf Heiskanen den Aussenpfosten. Der Puck wurde zuvor aber noch von Janis Moser ans eigene Gehäuse abgelenkt. Die Schweiz überstand den Mittelabschnitt unbeschadet und führte nach 40 Minuten weiterhin mit 2:0.
Ein unsauberer Bandencheck von Eetu Luostarinen an Nico Hischier in der 42. Minute wurde richtigerweise geahndet. Gab dies der Schweiz zusätzlich Auftrieb um das Score auszubauen? Nein. Die Finnen waren mit einem Entlastungsangriff besser dran. Das Schweizer Powerplay blieb in diesem Spiel weiterhin ausbaufähig. Dafür waren die Eisgenossen auch danach die aktivere Mannschaft.
Ein Umarmen von Mikael Granlund führte zur merkwürdigen Überzahl der Finnen in der 48. Minute. Heiskanen mit der besten Chance in Überzahl, doch er brachte den Puck nicht am bereits geschlagenen Genoni vorbei. Die Finnen patzten aber auch mit einem Mann mehr und so ging der Puckverlust von Mikko Rantanen an Sandro Schmid beinahe ins Auge. Fast schaffte Schmid den Shorthander, doch Saros parierte.
Die Finnen erhöhten den Druck und sechs Minuten vor Schluss war auch Leonardo Genoni ein erstes Mal bezwungen. Es ereingete sich eine äusserst spannende Schlussphase, Genoni rettete zweimal gegen Mikael Granlund in extremis. Nach dieser Aktion nahm Finnland das Time-out und Saros vom Eis. Die Finnen schafften tatsächlich noch den Ausgleich. Jonas Siegenthaler lenkte den Puck mit der Stockschaufel unglücklich ins eigene Tor ab. Es war die Wende im gesamten Spiel. In der Overtime ging Mikael Granlund in der neutralen Zone von Dean Kukan vergessen und traf zum 3:2-Siegtreffer. Wieder scheitert die Schweiz an den olympischen Spielen im Viertelfinale.
Stimmen zum Spiel:
Leonardo Genoni: „Wir haben genau das Spiel gemacht, was wir wollten. Es sah lange gut aus. Die Niederlage tut weh.“
Roman Josi: „Es ist schwierig, dies in Worte zu fassen. Wir waren nahe dran. Im dritten Drittel hatte Finnland nicht viele Chancen bis sie das Tor gemacht haben. Dann mit 6 gegen 5 den Ausgleich kassiert und in der Verlängerung ging es dann schnell. Wir haben gut gekämpft und hatten einen Top Goalie. Leo hat einen guten Job gemacht.“
Finnland – Schweiz 3:2 n.V. (0:2|0:0|2:0|1:0)
Tore:
0:1|15.|Damien Riat (Jäger)
0:2|16.|Nino Niederreiter (Suter, Kurasehv)
1:2|54.|Sebastian Aho (Luostarinen, Heiskanen)
2:2|59.|Miro Heiskanen (Hintz, Rantanen) EN
3:2|64.|Artturi Lehkonen (Lundell, Lindell)
Zuschauer:
3’090 Zuschauer
Milano Rho Ice Hockey, Milano
Foto: olympia