Das bittere Ende eines Superstars-Abends

von 14.Februar 2026Nationalmannschaften

Bei den Männern ist es wie bei den Frauen. Der Olympiasieg dürfte über Kanada gehen. Die Schweiz mit einem gut disponierten Goali Akira Schmid (Foto) verloren nicht nur das Spiel, sondern während der Partie mit Glauser, Malgin und Fiala auch noch gleich drei wichtige Spieler.  Das Resümee eines schliesslich bitteren Abends. 

Im kanadischen Team stehen heute Abend 15 Stanley Cup Sieger. „Die kochen auch nur mit Wasse“, soll Nati-Coach Patrick Fischer vor dieser Partie gesagt haben. Nun ja, Kanada kocht auch mit Wasser, entscheidender ist aber, dass sie sich auf dem gefrorenen Wasser, also auf dem Eis sehr gut zurecht finden. Die Partie startete denn auch sehr animiert, Die Schweizer kamen zu einer ersten grossen Chance.

Dann geschah das, was es an diesem Abend für die Schweiz definitiv zu verhindern gilt. Die Eidgenossen gerieten in Unterzahl. Und Kanada nutze dies sogleich aus. McDavid traf in der 6. Minute. Kanada drückte weiter und ging in der 11. Minute durch Harley 2:0 in Führung. Der erste Torschütze McDavid war dann einer, der die ruppige Gangart gegen den Schweizer Andrea Glauser etwas übertrieb. Glauser fehlte danach – zumindest bis zum Ende des 1. Drittels. Die Nati konnte dann aber in Überzahl verkürzen. 2:1 für Kanada. Pause.

„Es ist ein Tor, das ist nichts“, resümierte ein sichtlich zufriedener Pius Suter im Drittels-Interview bei SRF. Auf die Powerplaystärke der Kanadier angesprochen meinte er zutreffend: „Es ist bezüglich Powerplays 1:1, das ist gut.“ Weniger gut für die Schweiz war zu diesem Zeitpunkt, dass es für Andrea Glauser und Dennis Malgin verletzungsbedingt nicht weiterging. An Glausers Stelle rückte Michael Fora, der 7. Verteidiger des Abends.

Die zweite Schweizer Überzahlsituation konnte nicht genutzt werden. Und quasi im Gegenzug brachte Celebrini die Kanadier 3:1 in Führung. Die Schweiz hatte den Kanadiern ein klein wenig Platz gelassen. Platz, den die Kanadier auf dem gefrorenen Wasser immer mal wieder zu nutzen wissen. Die nächste kanadische Überzahl konnten die Schweizer dank einem tollen Unterzahlspiel unbeschadet überstehen. Insofern blieben die Schweizer dran.

Es ist bei den Herren wie das bei den Damen auch ist. Der Olympia-Sieg dürfte über die Kanadier gehen. Beleg dafür ist, dass die Kanadier in ihrer ersten Partie Tschechien gleich mit 5:0 abfertigte. Wenn man das weiss, dann ist die heutige Schweizer Leistung sehr gut einzuschätzen. Die Eisgenossen hielten gut mit und fanden immer mal wieder Lösungen für gefährliche Nadelstiche bzw. Angriffe. Gegen diese geballte Ladung an kanadischer Qualität ist das als bemerkenswert hervorzuheben.

Auch hervorzuheben ist übrigens, dass die elf letzten Partien zwischen Kanada und der Schweiz 10 Mal an die Kanadier gingen. Nur einmal, vor 20 Jahren, im Jahr 2006 in Turin gewann die Schweiz. 2:0 für die Eidgenossen hiess es damals. Und der heutige SRF Experte Philippe Furrer steuerte damals einen Assist bei.

Und auch heute Abend kamen die Schweizer immer wieder zu Chancen und hielten sich sehr gut. Allerdings stand es zur zweiten Pause immer noch 3:1 für Kanada. Dies trotz zwei hervorragenden Schweizer Chancen in der letzten Spielminute des zweiten Drittels.

„Ich bin mit dem Herz in den letzten Jahren in der Schweiz und deshalb schlägt dieses Herz auch eher für die Schweiz“, meinte der Davoser Trainer Josh Holden im SRF Pauseninterview. „Auch wenn es wunderbar sei, all diese kanadischen Superstars live sehen zu können.“ Selbst ein ausgebuffter Profi wie Josh Holden geniesst es, einfach einmal Fan sein zu dürfen. „Hopp Schwiz“, Holdens einfaches Fazit!

Im Tor der Schweiz spielte heute Akira Schmid, der aktuelle Torhüter der Las Vegas Golden Knights. Schmid ist im Jahr 2000 in Bern geboren und spielte bis 2018 bei den Junioren des SCL Tigers. Wobei er in seiner letzten Schweizer Saison auch noch beim EHC Thun in der drittklassigen MySports League spielte. Danach begann Schmids Überseeabenteuer, das über die New Jersey Devils – dem Team von Nico Hischier – vorläufig nach Las Vegas in die Wüste Nevadas führte.

Schmid spielte eine hervorragende Partie und zeigte auch einige Monster-Safes. Und auf der anderen Seite erarbeiteten sich die Schweizer Vorderleute einige Topchancen. Die Schweiz war schon fast ein wenig dominant. Aber dann kam es, wie es kommen musste. Kanada erhöhte durch den Superstar Sidney Crosby auf 4:1.

Die Schweiz spielte weiterhin gut, aber gut ist gegen Kanada mit allen NHL Stars nicht gut genug. Ein kanadisches Team, das heute mit vier Nr. 1 Drafts spielte. Und jeder dieser Nummer 1 Drafts traf heute gegen die Schweiz. Insofern war das heute quasi eine Mission impossible. Zum Schluss des Spiels blieb Kevin Fiala auf dem Eis liegen und musste mit der Bahre vom Eis transportiert werden. Ein sehr bitteres Ende der Partie.

Nach den Ausfällen von Glauser und Malgin im ersten Drittel jetzt auch noch der Ausfall von Kevin Fiala. Unglaublich bitter.  Selbst die Kanadier zollten der Szene Respekt. Die gesamte kanadische Mannschaft stand auf dem Eis und klopfte mit den Stöcken als Kevin Fiala vom Eis gefahren wurde. Eine herausragend faire Geste der Superstars aus Kanada.

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Quelle: SRF Sport

5:1 Kanada. Ein klarer und verdienter Sieg. Die Schweiz hatte gut gespielt, aber die Stimmung war zum Schluss schon sehre gedämpft. Am Sonntag geht es für die Schweiz gegen Tschechien weiter. Und in dieser Partie wird es um Platz 2 in dieser Gruppe A gehen. Und im Hinblick auf diese Partie gilt es nur noch zu hoffen, dass die Verletzungen der drei Spieler nicht zu schwer sein mögen. Obwohl ein Einsatz Fialas am Sonntag eigentlich unmöglich scheint.

„Wir machten zwei oder drei Fehler und die Kanadier haben das ausgenützt“, bilanzierte Nino Niederreiter nach dem Spiel im SRF Interview. Genau das ist der Unterschied zwischen einem sehr guten und einem hervorragenden Team. „Wenn ich einen oder zwei mehr halten kann, ist das Spiel enger“, resümierte der Schweizer Goali Akira Schmid. Hoffen wir, dass die Schweiz die Fehler am Sonntag vermeiden kann.

 

 

 

 

Kanada – Schweiz 5:1  (2:1 | 2:0 | 1:0)

Tore:
1:0 | 6.| McDavid
2:0 | 11.| Harley
2:1 | 13.| Pius Suter
3:1 | 25.| Celebrini
4:1 | 48.| Crosby
5:1 | 54.| MacKinnon


Milano Santagiulia Arena

 

 

 

Foto: Citypress