Der SCB mit dem höchsten Sieg der Saison

von 1.Februar 2026National League

Sonne, Family Day und eine ausverkaufte Postfinance Arena. Die Rahmenbedingungen waren optimal und führten zum höchsten SCB Sieg dieser Saison. Auch Tristan Scherwey (Foto) der nach einer Verletzung erst vor Kurzem ins Team zurück gekehrt war, erarbeite sich einen Scorerpunkt.  

Die Nachfolge von Brian Abey, er begrüsst seit Jahren mit seiner sonoren Stimme die Spieler des SCB kurz vor Spielbeginn, wurde heute am Family Day in der Postfinance Arena in Bern vorgestellt. Nik und Levin, zwei U12 Junioren des SCB stellten die Mannschaft des SCB vor, wie das üblicherweise eben ihr grosses Idol Brian tut. Grossartig, wie die beiden Jungs die Helden des SCB aufs Eis riefen. Die Eishalle war ausverkauft, insbesondere aus dem Jura waren sehr viele Fans angereist.

Bern legte stark los und ging denn auch recht schnell in Führung. Der Berner Postfinance Topscorer Waltteri Merelä traf in der 4. Minute zum 1:0. Nelio Hodler, ein 12 Jahre alter SCB Junior gewann an diesem Family Day den Zeichnungswettbewerb. Herzliche Gratulation! Er hatte einen jubelnden SCB Spieler gezeichnet. Tristan Scherwey dürfte wohl Nelios Vorbild sein. Grossartig, wenn junge Kids so engagierte Spieler als Vorbilder haben dürfen.

Bern geriet in der Folge einmal in Unterzahl, was die Partie etwas stabilisierte, aber auch nicht die grossen Jurassier Chancen brachte. Abgesehen vielleicht von der 12. Minute, wo die Scheibe gefährlich vor dem Berner Tor vorbeikullerte. Ein Berner Tor, das heute wiederum durch Adam Reideborn gehütet wurde, womit Iakovenko und Lindholm dieses Mal überzählig waren.

Bern war in der Folge überlegen und konnte kurz vor Schluss des ersten Drittels auch eine Überzahlsituation ansprechend gestalten. Ohne allerdings ein weiteres Tor erzielen zu können. Und so gingen die Berner mit dem Minimalvorsprung in die erste Pause. Wobei man sich auf Berner Seite durchaus Hoffnungen auf den Sieg an diesem sonnigen Nachmittag machen konnte,. Denn auch die Abschlussstatistik sprach zu diesem Zeitpunkt eine eindeutige Sprache: 10:4 für Bern.

„Das gfaut mir nid“, meinte zwar ein sehr fachkundiger Zuschauer während der ersten Pause. Worauf der Chronist antwortete, Bern werde einen nicht sehr guten Match gewinnen. Inhaltlich waren sich die beiden einig, dass man bisher noch keinen guten Match gesehen habe. Der SCB seinerseits machte aber weiter Druck auf das Jurassische Tor. Und dann erzielte Hardy Häman Aktell das 2:0. Die Chancen, dass der Chronist recht behalten würde, stiegen.

Die heutige Partie war für Bern von eminenter Wichtigkeit. Denn Bern war vor dem heutigen Spiel auf Rang 10 mit 61 Punkten, nur drei Punkte dahinter lag Biel auf Rang 11 mit 58 Punkten. Und Rang 10 berechtigt noch für die Play-Ins während man mit Rang 11 in die Feien müsste. Gegen Ende des 2. Drittels war der SCB drückend überlegen. Doch ein Tor wollte vorderhand noch nicht fallen. Ajoie gelang es in dieser Phase kaum mehr, sich aus der eigenen Defensive zu befreien, geschweige denn einen vernünftigen Angriff zu fahren.

Man mag dem Chronisten vorwerfen, dass er sich auf Berns Torhüterfrage eingeschossen hat. Doch auch heute lieferte der SCB Gesprächsstoff dazu. Christof von Burg war heute als überzählig aufgeführt, was darauf hindeutet, dass er in Bern war. Und deshalb sei die Frage gestattet. Warum „verschwendet“ der Berner Coach Heinz Ehlers eine Ausländerlizenz für den Torhüter Adam Reideborn, wenn er mit Lindholm und Iakovenko zwei ausländische Verteidiger zur Verfügung hätte, welche die mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Louis Füllemann geschwächte Berner Defensive stabilisieren könnten.

Aber klar: einem Coach der gewinnt, kann man eigentlich nichts vorwerfen. Denn kurz vor Ende des zweiten Drittels traf Hardy Häman Aktell, wieder er, zum 3:0. Der Zuschauer der ersten Drittelspause war erleichtert und der Chronist ob seiner richtigen Prognose erfreut. Und noch ein fun Fact, der für Heinz Ehlers spricht. Zweiter Assistgeber beim 3:0 von Hardy Häman Aktell war…… – Ihr ahnt es – Adam Reideborn, der eine Ausländerlizenz belegende Torhüter des SCB. Ehlers meinte nach dem Spiel: „Wir haben nun ein Konzept gefunden und seit anderthalb Monaten gewinnen wir wieder mehr Spiele.“ Und recht hat er, der Coach des SCB. Ende Dezember war der SCB noch auf Platz 12 mit 41 Punkten. Im Januar hat Bern dann 12 Spiele ausgetragen und 23 Punkte erspielt. Mit 64 Punkten belegt man nun Platz 9. Und hat gute Chancen, in die Play-Ins zu kommen. 

Das Spiel plätscherte im dritten Drittel so daher. Der SCB musste nicht und Ajoie konnte wohl nicht mehr leisten. Die Fans an diesem Family Day in der ausverkauften Postfinance Arena waren zufrieden. Und noch zufriedener wurden sie, als Romain Loeffel in der 56. Minute mit seinem 4:0 den Deckel endgültig drauf machte.

Zum Schluss des Spiel ereignete sich ein weiterer Fun Fact. Ajoie war bereits wegen zu vielen Spielern auf dem Eis in Unterzahl. Danach beförderte eine jurassischer Verteidiger die Scheibe aus dem Eisfeld. Wieder eine Strafe wegen Spielverzögerung. Der Ajoie Trainer Greg Ireland nahm seine Coaches Challenge, um überprüfen zu lassen, ob nicht ein Berner die Scheibe abgelenkt hatte. Die Überprüfung der Szene ergab: keine Strafe. Also nur ein Spieler von Ajoie auf der Strafbank.

Wäre die Coaches Challenge nicht erfolgreich gewesen, hätten sich grad drei Jurassier auf der Strafbank wiedergefunden. Dem SCB war’s egal. In einfacher Überzahl erzielte Mike Sgarbossa das 5:0. Nach dem Spiel stand dann Tristan Scherwey noch Red und Antwort. Mit seiner kleinen Tochter auf den Armen erteilte er wie immer freundlich Auskunft. So muss Family Day sein. „Wir wussten, dass es ein wichtiger Match ist für uns und wollten vor der Olympia Pause noch erfolgreich abschliessen.“ Die Tore seien „souverän reingefallen“, meinte er. Was dann letztlich zum höchsten SCB Sieg der gesamten Saison geführt hat. 

Jetzt kommt also die Olympia-Pause. Schwerwey sieht dieser Pause entspannt entgegen und befürchtet nicht, dass sie zu einem Rhythmusbrecher wird. „Ganz im Gegenteil, jeder kann jetzt seines Weges gehen und etwas entspannen. Danach werden wir noch zwei Wochen gut trainieren können.“ Vom SCB wird kein Spieler an den olympischen Spielen teilnehmen.  Insofern wird man sich alle zusammen auf die letzte Phase der Meisterschaft vorbereiten können. Dazu nochmal Tristan Scherwey. „Es wäre sicher schön gewesen, wenn der eine oder andere von uns an Olympia dabei sein könnte. Anderseits ist es schon so, dass man die Zeit nutzen kann, um zusammen coole Sachen zu machen und an gewissen Dingen zu arbeiten.“ 

Die Richtung für den SCB stimmt. Weiter geht es am Dienstag, 24. Februar 2026 gegen den EHC Kloten.  Es bleiben dann noch sechs Spiele in der Qualifikation. Die Hoffnung auf ein Happyend dieser Saison sind aktuell viel grösser als auch schon. Nun konzentrieren wir uns auf das olympische Eishockeyturnier. Eishockey-online.ch wird für euch dabei sein und die Schweizer Nationalmannschaften sowohl der Damen wie der Herren begleiten. In dem Sinne: Hopp Schwiz!!

Best Player:
Bern: Hardy Häman Aktell
Ajoie: Anton Honka

 

 

SC Bern – HC Ajoie 5:0 (1:0 | 2:0 | 2:0)

Tore:
1:0 | 4.| Waltteri Merelä (Marchon, Kreis)
2:0 | 26..|Hardy Häman Aktell (Ejdsell)
3:0 | 40.| Hardy Häman Aktell (Sgarbossa, Reideborn)
4:0 | 56.| Romain Loeffel (Häman Aktell, Scherwey)
5:0 | 58.| Mike Sgrabossa (Ejdsell, Häman Aktell)

Zuschauer
17’031 Zuschauer (ausverkauft)
Postfinance Arena

 

 

 

Foto: justpictures.ch