
SCB Fans zurecht sauer und enttäuscht
Für den SCB ist die Saison 2025/26 zu Ende. Der einst grosse SCB verliert heute Abend in Rapperswil gegen die Lakers mit 4:0. Der abtretende SCB-CEO Marc Lüthi musste sich bei seinem letzten Spiel einen völlig blutleeren Auftritt seines SCB ansehen. Die Saison endet mit Enttäuschung, Ratlosigkeit und wohl hie und da auch mit einer gewissen Portion Wut und Ärger.
Die SCB Fans taten heute in Rapperswil ihren Ärger mit überaus deutlichen Spruchbändern kund. Eines davon betraf den SCB Sportchef Martin Plüss und lautete: „Aus Spieler top, aus Sportchef flop! Wär wird die nächsti Tränä im Sportchef-Karussell?“ Eine schon fast sarkastische Frage der Fans. Denn nach der Entlassung von Sportchef Diego Piceci Ende Januar heisst der neue Sportchef….. Martin Plüss. Mit einem weiteren Spruchband brachten die Fans dann noch ihre zusammenfassende Einschätzung überdeutlich zum Ausdruck. „Die Saison isch scheisse gsy“.
Der Chronist konnte heute nicht in Rapperswil vor Ort sein und bedankt sich an dieser Stelle somit sehr herzlich bei Milena Zaugg für die Berichterstattung und bei Nicolas Lohri von Telebärn für die zugesandten Interviews. Die heutige Partie ist insgesamt sehr schnell zusammen gefasst. Der SCB hatte keine Chance gegen die Lakers. Der auffälligste Spieler der Berner war noch Romain Loeffel. Er hatte am meisten Eiszeit. Aber auch er konnte das Ruder nicht herumreissen. Zu blutleer war der Berner Auftritt!.
Zum Schluss stellten sich die Spieler des SCB ihren Fans und kassierten Buh-Rufe sowie auch die eine oder andere unschöne Geste. Es sei ziemlich schlimm gewesen, wird berichtet. Rapperswil seinerseits hat seine Sache sehr gut gemacht. Insbesondere ihr Torhüter Melvin Nyffeler war sehr gut. Insgesamt spielte der SCB ohne Emotionen und nahm in den beiden letzten Dritteln auch zu viele Strafen. Was sich wohl damit erklären lässt, dass man in Rückstand liegend etwas tun musste.
Sieht man sich den Spielverlauf an, kann man tatsächlich nur zum Schluss kommen, dass der SCB nie auch den Hauch einer Chance hatte, sich für die Playoffs zu qualifizieren. Schon nur die ausgesprochenen Strafen sind ein deutlicher Hinweis auf diesen Umstand. 8 Zweiminutenstrafen gegen den SCB plus eine 10-Minuten-Strafe gegen Hardy Häman Aktell wegen unsportlichem Verhalten. Lediglich 4 Strafen gegen die Lakers. Rapperswil ging in der 30. Minute durch Tanner Fritz 1:0 in Führung. Gut fünf Minuten später erhöhte Malte Strömwall auf 2:0.
Im dritten Drittel kontrollierten die Lakers das Geschehen und sicherten so ihrem Torhüter Melvin Nyffeler den Shutout. Und Rappi stellte mit einem Doppelschlag in der 54. Minute den Schlussstand von 4:0 her. Yannick-Lennart Albrecht und Sandro Zangger hatten getroffen. Erwähnenswert ist dann noch Tyler Moy, der zu drei der vier Tore den Assist lieferte.
Ramon Untersander meinte nach dem Spiel. *Das erste Drittel gehört klar uns, aber wieder einmal brachten wir kein Tor zustande.“ Die Statistik bestätigt diese Sichtweise, aber wenn man danach 4 Tore kassiert und keines schiesst, nützt das nichts. Die Schussstatistik betrug im ersten Drittel 9:17 zu Gunsten Berns. Insofern resümierte der Berner Sportchef das erste Drittel zutreffend. „Das erste Drittel fand ich OK, da hatten wir auch einige Chancen.
Dann aber kehrte der Spielverlauf vollends. Die Schussstatistik im zweiten und dritten Drittel ging klar an die Lakers. 16:5 und 15:5. Was eine Gesamtschussstatistik von 40:27 zu Gunsten der Lakers ergibt. Der SCB spielte heute also noch erfolgloser bzw. schlechter als die ganzer Saison, als man zumindest jeweils noch die Schussstatistik für sich entscheiden konnte. Auch wenn diese Statistik natürlich nichts zur Sache tut. „Das zweite Drittel war dann überhaupt nicht gut. Wir nahmen so viele Strafen. Das war enttäuschend“, so das Fazit von Martin Plüss. Auch im dritten Drittel sei es nicht besser geworden. „Es ist sehr bitter, dass wir nach dieser Saison trotz allem in die PlayIns kamen aber jetzt ausscheiden. Wir hätten mehr daraus machen müssen.“
„Ich bin in der Gesamtverantwortung für den Sport und dieser Verantwortung stelle ich mich auch. Ich bin selber auch nicht zufrieden.“ So antwortete Martin Plüss, als er auf die Spruchbänder der Fans angesprochen wurde. „Es gilt die freie Meinungsäusserung.“ Rückblickend auf die Play-Ins kann konstatiert werden, dass lediglich ein Spiel des SCB, nämlich jenes zu Hause gegen Biel, gut gewesen ist. Die ersten Partien gegen Biel und die Lakers waren – wenn überhaupt – nur knapp genügend und heute Abend war der SCB schlecht. „Das ist enttäuschend“, fasste Plüss es zusammen.
Der Abgang des SCB-CEO Marc Lüthi hätte schlechter nicht sein können. Lüthi, der den SCB vor 28 Jahren finanziell gerettet und über all die Jahre hinweg den SCB geführt hat, muss mit einem so unrühmlichen Spiel seinen Hut nehmen. So etwas hat ihm niemand gewünscht. Nochmal Martin Plüss. „Ja, sicher tut es mir für Marc leid. Wir hätten uns für ihn etwas anderes vorgestellt“.
„Spätestens Ende April/Anfangs Mai werden wir den neuen Trainer kommunizieren,“ so Martin Plüss auf die Trainerfrage angesprochen. Und bezüglich der Torhüter für die nächste Saison meinte er. „Es ist in der Torhüterfrage offen, ob wir mit einer Importlösung oder einem Schweizer Torhüter gehen. Beide Varianten sind aktuell noch möglich.“. Womit wir wieder beim eingangs erwähnten Spruchband der Berner Fans wären. Aus Spieler top, aus Sportchef flop! Diesen Vorwurf muss sich Plüss gefallen lassen.
Denn die Berner Misere begann nicht erst heute Abend, sie ist bereits die ganze Saison hindurch klar sichtbar. Von Seiten der sportlichen Führung hätte man schon viel früher aktiv werden müssen, um die zentralen Fragen zu klären. Und zu den absolut zentralsten Fragen gehört eben, wer nächstes Jahr Trainer sein wird und wer im Tor stehen soll. Der entlassene Diego Piceci kann für sich in Anspruch nehmen, dass er die Torhüterfrage angehen wollte und Christof von Burg von Thurgau zurück beorderte. Und auch in der Trainerfrage gab es nur so lange Gerüchte in den Medien wie Piceci da war.
Aber äbe: Rückblickend gesehen dürften Picecis Aktivitäten der Berner sportlichen Führung missfallen haben, Nur so ist seine überstürzte Entlassung zu erklären. Und nun steht man vor dem riesigen Scherbenhaufen. Und will erst ab Mai weiter kommunizieren. Ob sich die Fans bis dahin gedulden mögen, darf bezweifelt werden. Dieser Bericht endet hier. Tschüss SCB und gute Nacht Berner Welt. Eins ist allerdings sicher: eishockey-online bleibt weiter am Puck und wird Berns Scheitern in einem separaten Bericht noch beleuchten.
Merci, dass ihr unsere Berichte lest! Und nochmals MERCI Milena und Nicolas!
Rapperswil-Jona Lakers – SC Bern 4:0 (0:0 |2:0 |2:0)
Tore:
1:0 | 30.| Tanner Fritz (Moy)
2:0 | 36.| Malte Strömwall (Pilu, Moy)
3:0 | 54.| Yannick-Lennart Albrecht (Moy, Pilut)
4:0 | 54.| Sandro Zangger (Hofer)
Zuschauer
5’178 Zuschauer
SGKB Arena
Foto: Pascal Zingg, hockeyfans