Die ersten Vier sind im Halbfinal

von 3.April 2026National League

Soweit so logisch, würde man annehmen. Doch ganz so logisch liefen die Viertelfinals dann doch nicht. Dass sich Davos gegen Zug durchsetzen würde, konnte man voraussehen. Und auch dass der wieder erstarkte ZSC die Oberhand behalten hat, erstaunte wenig. Da waren aber dann die beiden anderen Viertelfinals, die über sieben Spiele führten. Der Siebte, die Lakers, verlangten dem Tabellenzweiten, Gottéron alles ab. Und auch das Léman-Derby zwischen Genf und Lausanne wurde erst in der Belle entschieden. Freuen konnten sich die Fans aus „ICI C’EST GNEEVE“ (Foto) 

An zwei Tagen nacheinander fanden also zwei sogenannte Belles statt. In der Belle vom Mittwoch setzte sich Gottéron zwar erst in der 77. Minute dank einem Tor von Benoit Jecker durch, aber der Favorit gewann. Ein Favorit, der allerdings, zusammen mit seinen Fans hatte leiden müssen. Es war eine Serie, die gekennzeichnet war von Breaks. Die Lakers gewannen in zweimal in Freiburg, Gottéron konnte zweimal in Rapperswil gewinnen. Und auch in der letzten Partie der Serie war es ein Hin und Her.

Gottéron konnte das erste Drittel mit 2:0 zu seinen Gunsten entscheiden. Im zweiten Drittel brachten die Üechtländer allerdings kein Bein mehr vors Andere. Mit einem Schussverhältnis von 3:13 (!!) verdienten sich die Lakers drei Tore und hatten die Partie gekehrt. In der 54. Minute konnte Jacob de la Rose die Partie ausgleichen und in der 77. Minute war es dann um die Lakers geschehen. Für einmal war der bisher immer sehr gut disponierte Torhüter der Rapperswiler, Melvin Nyffeler, machtlos. Wie oben erwähnt traf Jecker, wobei der Freiburger Captain Julien Sprunger dem Lakers-Keeper erfolgreich die Sicht verdeckt hatte.

Im Léman-Derby setzte sich letztlich Genf Servette durch. Zieht man die Tabelle nach der Qualifikation zu Rate, konnte dieser Ausgang vorausgesagt werden. So klar war es dann aber nicht. In einer teilweise sehr gehässig geführten Serie spielten beide Teams auf Augenhöhe. Am heutigen Donnerstag waren sich allerdings beide Teams der Wichtigkeit der Lage bewusst und beide hielten sich an die Regeln. Die Schiedsrichter musste nur je zwei Strafen verhängen.  Genf konnte bereits nach 65 Sekunden in Führung gehen, ehe Lausanne das Geschehen in der 15 Minute wieder ausglich. 11 Sekunden vor der ersten Sirene ging Servette durch Markus Granlund wieder in Führung.

Diese Führung entsprach zumindest nicht dem Schussverhältnis, das mit 6:10 zu Gunsten Lausanne ausgefallen war. Im zweiten Drittel fielen dann keine weiteren Tore. Zu Beginn des dritten Drittels ereignete sich dann das, was man im Nachhinein als entscheidend bezeichnen kann. Lausanne konnte in Überzahl agieren, erzielte allerdings kein Tor. Und kaum war Servette wieder mit Vollbestand auf dem Eis, erzielte Josh Jooris das letztlich entscheidende 3:1. Lausanne war anschliessend alles nach vorne, „gewannen“ auch die Schussstatistik des dritten Drittels mit 6:13, konnten aber kein Tor mehr schiessen. Ganz im Gegenteil, Servette erzielte noch zwei „Empty-Netter“,

Im Swiss League Final sorgten die nicht aufstiegsberechtigten Walliser aus Sierre vermutlich für etwas nervliche Entspannung im Jura, bei Ajoie. Sollten sich die Walliser nämlich durchsetzen, würde die Liga Qualifikation entfallen und Ajoie würde kampflos in der National League verbleiben. Sierre hatte die Sache am heutigen Abend jederzeit im Griff, führten sie doch nach dem ersten Drittel schon mit 3:2 und konnten bis zum Schluss noch auf 7:2 erhöhen. Sierre führt die Serie nun mit 2:1 Siegen an.

Diese Redaktion schrieb am Dienstag schon, dass Sierre in dieser Saison nicht aufsteigen könne. Die Spannung steigt zum Siedepunkt – Eishockey-Online Schweiz. Aber Sierre wird unter seinem Trainer und Investor Chris McSorley so bald als nur möglich aufsteigen. Die Bevölkerung in Siders hat im letzten Jahr den Bau einer neuen Eishockey Arena bejaht. Die neue Arena soll die veraltete Patinoire de Graben ersetzen. Das Projekt wird von Investoren rund um Chris McSorley vorangetrieben. Die Fertigstellung ist aber erst per 2029 geplant. McSorley will aber schon vorher in die National League. Entsprechend laufen in Sierre aktuell Diskussion, die Patinoire de Graben schon deutlich vorher NL-tauglich zu machen. Man darf gespannt sein, ob das Wallis nach nunmehr 35 Jahren (Sierre war 1991 zum letzten Mal aus der NLA abgestiegen) bald wieder erstklassig sein wird.

Fribourg  – Lakers   4:3 nV (2:0; 0:3; 1:0) Serie 4:3
Genf – Lausanne     5:1(2:1; 0;0: 3:0) Serie 4:3

Sierre – La Chaux-de-Fonds 7:2 (3:2; 2:0; 2:0) Serie 2:1

Nun kommt es also zu den folgenden Halbfinal-Paarungen.

Davos (1.) gegen ZSC Lions (4)
Gottéron (2.) gegen Servette (3.)

Im Deutschschweizer Derby zwischen Davos und den Lions aus Zürich könnte es sich um eine Art vorgezogenen Final handeln. Davos hat die Qualifikation überlegen gewonnen und die Lions haben rechtzeitig auf die Playoffs hin ihr Spielniveau entscheidend steigern können. Man darf weiterhin gespannt sein. eishockey-online.ch begleitet euch weiterhin durch die schönste Zeit der Saison.

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