Eine weitere Schweizer Glanzleistung

von 29.Mai 2026Nationalmannschaften

Die grossartige Heim-WM für die Schweiz geht weiter. Dank einer starken Leistung ziehen die Schweizer nach einem 3:1 Sieg gegen Schweden in den Halbfinal ein. Zum dritten Mal in Folge stehen die Schweizer am Finalwochenende an der WM im Einsatz. „Wir müssen stolz sein auf das, was wir heute Abend geleistet haben“, bilanzierte der Nationaltrainer Jan Cadieux

Die Schweiz legte auch in diesem Spiel sehr gut los, kam zu vielen Abschlüssen und auch zu einigen grossen Chancen. Dann aber kam die verhängnisvolle siebte Minute. Zuerst gingen die Schweden mit einem ihrer ersten gefährlichen Abschlüsse mit 0:1 in Führung. Und in der gleichen Minute kassierte Dean Kukan wegen eines Cross-Checks gegen den Kopf eine 5-MInuten plus Spieldauer Disziplinarstrafe kassiert hatte.

Das Unterzahlspiel der Schweiz war hervorragend, sie gestanden den Schweden fast während den gesamten fünf Minuten quasi keine Chancen zu. Doch 20 Sekunden vor Ablauf der Strafe trafen die Schweden dann doch. Die Bilder zeigten allerdings ein Tor, das wohl mit dem Schlittschuh erzielt worden war. Die Schiedsrichter schauten sich die Szene lange an und kamen zum Schuss: Kickbewegung, kein Tor. Insofern hatte die Schweiz die grosse Strafe schadlos überstanden.

Aberkanntes Kick-Tor Schweden

Nach überstandener Strafe knüpften die Schweizer wieder dort an, wo sie begonnen hatten. Mit konsequent offensivem Spiel und damit stellten sich sofort wieder die <Schweizer Chancen ein. In der 14. Minute kam dann der Schweizer Ausgleich. Josi hatte von der blauen Linie her getroffen, doch das Tor war eine erfolgreiche Co-Produktion eines sehr guten Teams. Einer spielte den Pass auf Josi und ein anderer nahm dem Schwedischen Torhüter die Sicht. 1:1. Pause.

Mit Dean Kukan fehlte nach dessen Strafe ein Verteidiger im Lineup. Tim Berni mass dem im SRF Pauseninterview allerdings keine weitere Bedeutung zu. „Jetzt sind wir noch sechs Verteidiger. Das ändert eigentlich nichts.“. Auch eine weitere Strafe zu Beginn des zweiten Drittels überstanden die Schweizer unbeschadet. Was folgte, war eine eher schwierige Schweizer Phase.

Beidseits waren nicht viele Chancen zu verzeichnen, die Schweden kamen aber immer mal wieder näher ans Schweizer Tor als auch schon. Die Nati hatte aber im bisherigen Turnierverlauf bewiesen, dass sie in der Lage ist, solche Phasen zu überstehen und danach wieder mehr Spielanteile zu gewinnen. Die Nati kämpfte sich auch hier zurück und sie kam zu weiteren Chancen.

Während die Schweiz im ersten Drittel doppelt so viele Torschüsse wie Schweden verzeichnete, so konnte die Nati gegen Ende des zweiten Drittels in dieser Statistik auch wieder in Führung gehen. Der SRF-Kommentator erzählte gerade, die Malgin Linie gefalle ihm heute wieder besser, während dem sie im Finnland Spiel etwas abgetaucht sein.

Und als wenn Malgin dies gehört habe, schnappte er sich die Scheibe, brach durch die gesamte schwedische Verteidigung und erzielte das viel umjubelte 2:1 für die Schweiz. In dieser Phase hatten die Schweden doch einiges Pech, denn sie verloren kurz nacheinander zwei Spieler, die verletzt vom Feld gehen musste. Zu allem schwedischen Überfluss kassierten die Schweden noch eine Strafe. Alarmstufe rot für die Gelb-Blauen.

Und die Schweiz bewies einmal mehr ihre unglaubliche Gefährlichkeit im Powerplay. Nico Hischier tanzte sich durch die gesamte schwedische Verteidigung und spielte einen Flip-Pass auf Calvin Thürkauf, der zum 3:1 vollendete. Rund zwei Minuten vor Ende des zweiten Drittels stand das Schussverhältnis 24:9 zugunsten der Nati. Die Schweizer Führung ging also völlig in Ordnung.

„Wir wussten, dass es ein hart umkämpftes und physisches Spiel werden würde“, kommentierte Calvin Thürkauf im SRF-Interview der zweiten Pause. Um dann noch anzufügen: „Bei den Checks müssen wir aufpassen.“  In der 45. Minute kassierten die Schweizer die nächste Strafe, die sie auch hier unbeschadet überstanden. Zu viele Undiszipliniertheiten durfte man sich allerdings jetzt nicht mehr leisten.

In der Swiss Life Arena zu Altstetten war heute auch ein äusserst prominenter, weil unglaublich erfolgreicher Sportler. RF, wie es auf seinem Cap heisst. Roger Federer. Er hatte vor dem Spiel in der Garderobe die Starting Six verlesen und sollte der Nati Glück bringen. Und im Fall von Roger Federer ist es nicht nur Glück, das er bringen soll. Nein, wer, wenn nicht Roger Federer hätte der Nati einhauchen können, wie man wichtige Spiele gewinnt.

Im dritten Drittel hatte die Schweiz die Partie im Griff. Sie betrieb ein hervorragendes Risikomanagement, wusste genau, wann man offensive Nadelstiche anbringen konnte und wann man besser die stabile Defensive suchen sollte.

Rund sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit klang irgendwie schon ein wenig die W.Nuss vo Bümpliz durch Altstettens Arena. Die Tre Krnor mussten sich langsam etwas einfallen lassen. Die drei Kronen leiten sich vom schwedischen Wappen ab und steht für: Schwedische Eishockeynationalmannschaft.

Gut dreieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären 60 Minuten nahmen die Schweden ein erstes Mal den Torhüter raus und prompt trafen sie das Gehäuse. Die Sekunden liefen runter und die Schweiz führte immer noch 3:1. 119 Sekunden vor dem regulären Ende nahm Schweden sein Timeout. 72 Sekunden noch und Genoni konnte die Scheibe blockieren.

25 Sekunden noch. Genoni hat die Scheibe wieder. Das dürfte es dann wohl gewesen sein. Denn zwei Tore innerhalb 25 Sekunden dürfte unmöglich sein. Insbesondere auch, weil Berglund und Andrighetto auf die Strafbank mussten und das Bully in der neutralen Zone stattfinden würde. 8 Sekunden noch. Unerlaubter Befreiungsschlag Schweiz, Bully vor Genoni und dann war’s das.

Die Schweiz seigt 3:1 und zieht in den WM-Halbfinal ein. Und eben: vor dem Spiel war Roger Federer in der Kabine. Für Christian Marti schlicht wundervoll. „Ich habe ihn zum ersten Mal live gesehen“, schwärmte Marti mit einem Lächeln. „Das ist schon noch eine andere Liga. Büne Huber war auch schon gut, aber das habe ich geil gefunden. Ich hätte durch eine Wand rennen können.“

„Wir wissen, dass wir jede Mannschaft schlagen können“, bilanzierte Denis Malgin völlig zu Recht im SRF-Interview. Und ja, dann folgte zum achten Mal in Folge die Nationalhymne und die W.Nuss vo Bümpliz.

 

SRF Live TV 

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Schweiz – Schweden 3:1 (1:1 |2:0 |0:0)

Tore:
0:1 | 7.| Linus Karlsson (Heineman, Ekman-Larsson)
1:1 | 14.| Roman Josi (Malgin)
2:1 | 33.| Denis Malgin (Josi, Moser)
3:1 | 37.| Calvin Thürkauf (Hischier, Josi)

Zuschauer
10’000 Zuschauer (ausverkauft)
Swiss Life Arena, Zürich Altstetten

Und so geht’s weiter an der WM, am Samstag stehen die folgenden Halbfinals an: 

16:20: Schweiz -Norwegen
20:20: Kanada – Finnland 

 

Fotos: Marija Diepold
Videos: SRF Live TV