Schweizer Torfestival

von 20.Mai 2026Nationalmannschaften

Die aus Schweizer Sicht bisher grandiose WM in der Schweiz ist um ein Kapitel reicher. Die Schweiz zeigte ihrem Nachbarland Österreich deutlich die Grenzen auf. Die Hausherren waren in allen Belangen überlegen und siegten diskussionslos.

Die Schweiz legte im ersten Drittel los wie die Feuerwehr. Dies in Umsetzung der mittlerweile sehr hohen Erwartungen. Die Schweiz hat ihre ersten drei Spiele gegen die USA, Lettland und Deutschland gewonnen. Und liegt verlustpunktlos an der Tabellenspitze. Punktgleich mit dem ebenfalls verlustpunktlosen heutigen Gegner Österreich. Die Österreicher hatten bisher gegen Grossbritannien, Ungarn und Lettland gewonnen.

Die heutige Partie der Schweiz gegen Österreich ist das erste der drei folgenden Spiele, die als Pflichtsiege deklariert werden. Danach folgen für die Eidgenossen die Spiele gegen Grossbritannien (Donnerstag) und gegen Ungarn (Samstag). Und gleich zu Beginn des Spiels bewies die Schweiz den eklatanten Niveauunterschied. Zwischen der sechsten und der vierzehnten Minute legten die Schweizer mit 0:4 vor.

Rochette, Meier, Hischier und Riat. letzterer im Powerplay, hatten getroffen. Im zweiten Drittel kam die Schweiz dann zum nächster Powerplay. Die Schweiz konnte quasi die gesamten zwei Minuten lang die Scheibe in der österreichischen Verteidigungszone zirkulieren lassen. Und neun Sekunden vor Ablauf der Strafe konnte Nico Hischier mit seinem zweiten Tor des Tages einnetzen. 0:5.

Es dauerte dann nur 21 Sekunden, bis Kevin Thürkauf mit einem präzisen Hocheckschuss den nächsten Treffer erzielen konnte. 30 Minuten gespielt, 0:6 Schweiz. Gleichzeitig wurde David Kickert, der österreichische Torhüter ausgewechselt. Seine Abwehrquote war zu diesem Zeitpunkt mit gut 60% zwar dramatisch schlecht. Anderseits kann, ja muss man das auch zu Gunsten der Schweiz auslegen. Die Eidgenossen dominierten die Partie nach Belieben und – das ist fast noch wichtiger – ihre Toreffizienz war beeindruckend.

Wie eben erwähnt, Österreich wechselte den Torhüter, neu kam Florian Vorauer ins Spiel. Allerdings musste auch er schon nach 2:16 Minuten hinter sich greifen. Theo Rochette, auch er mit seinem zweiten Tor des Tages, hatte zum 0:7 getroffen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schweiz 20 Schüsse aufs Tor abgegeben und sie führte 0:7. Das sagt alles. Insbesondere wenn man denkt, dass der Gegner, Österreich, mit seinen 9 Punkten nach wie vor als Anwärter für die Viertelfinals gilt.

„Wir machen die richtigen Plays, sind effizient und gehen dorthin wo’s weh tut,“ kommentierte Attilio Biasca im SRF Interview vor der zweiten Pause die grosse Schweizer Effizienz. Und auf die Frage, dass die Schweizer selbst bei einem Vorsprung von sieben Toren auf der Bank Videoanalysen machen, meinte er erklärend. „Wir wollen Sachen probieren, Sachen kreieren. Es macht einfach mega Spass.“. Richtig, wir Zuschauerinnen und Zuschauer haben auch Spass.

Vor dem dritten Drittel stellte sich eigentlich nur noch eine Frage. Geht die Schweizer Gala weiter? Streben sie noch ein „Stängeli“ an? Und – auch das eine Frage – kommt Leonardo Genoni zu einem weiteren Shutout? Ein weiterer Beleg für die Schweizer Überlegenheit war eine gegen Österreich angezeigte Strafe. Der Schiedsrichter hatte seine Hand oben und musste diese wohl eine Minute lang nach oben strecken. Denn die Schweiz kombinierte sich nach Belieben durch die österreichische Abwehr.

Auch in dieser Überzahl liessen die Schweizer die Scheibe gegen die viel zu passive Box des Gegners während 1:56 Minute zirkulieren und erzielten drei Sekunden vor Ablauf der Strafe das 0:8. Auch da, Damien Riat mit seinem zweiten Tor des Tages. Und auch das vierte Powerplay des Tages nutzte die Schweiz. Christoph Bertschy traf zum 0:9.

Die beiden Fragen vor Beginn des dritten Drittels waren: Stängeli? Shutout Genoni? Stängeli nein. Shutout ja. Und damit ist Leonardo Genoni alleiniger Leader in der Wertung der meisten Shutouts an Weltmeisterschaften. 13 Male an der WM zu Null spielen. Genoni hält damit den Weltrekord. Die Schweiz gewinnt also 0:9, hat somit 12 Punkte auf dem Konto.

Und so ertönte im vierten Spiel zum vierten Mal die Schweizer Nationalhymne in Zürich Altstetten.

Trittst im Morgenrot daher,
Seh’ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

Die Erwartungen waren vor der WM gross und die Schweiz hat sämtliche Erwartungen bisher übertroffen. Und ja, ihr wisst es ja, was jetzt folgt, war die W’Nus vo Bümpliz. Mögen die Schweizer Festspiele weitergehen!

Österreich – Schweiz 0:9 (0:4|0:3|0:2)

Tore:
0:1 |6.| Theo Rochette (Magin, Andrighetto)
0:2 |10.| Timo Meier (Egli)
0:3 |12.| Nico  HIschier (Meier, Biasca)
0:4 |14.| Damien Riat (Andrighetto, Kukan)
0:5 |30.| Nico Hischier (Niederreiter, Meier)
0:6 |31.| Calvin Thürkauf (Moser)
0:7 |33.| Theo Rochette (Andrighetto, Marti)
0:8 |51.| Damien Riat (Rochette, Malgin)
0:9 |57.| Christoph Bertschy (Thürkauf, Jung)

 

Zuschauer
10’000 Zuschauer (ausverkauft)
Swiss Life Arena, Zürich Altstetten

 

Foto:City-Press GmbH