
Zweiter Sieg in Riesenstimmung
Die Schweiz bleibt makellos. Im zweiten Spiel der Heim-WM folgte der zweite Sieg. Gegen die Letten waren die Schweizer zwar drückend überlegen, musste aber bis zur 30. Minute warten, bis das erste Tor fiel. Zwei Spiele, zwei Siege. Die Schweiz ist gut unterwegs. Und wenn sie ihre Effizienz noch steigern, dann, ja dann…..
Nach nur 55 Sekunden kassierte die Schweiz bereits die erste Strafe. Strafe, die sie allerdings ohne Probleme schadlos überstanden. Entsprechend dauerte es eine Weile, bis die Nati zu ihren ersten Chancen kam. Diese Weile dauerte gut sechs Minuten. Erst dann konnten sich die Schweizer rund um ihren Captain Roman Josi ein erstes Mal gefährlich in der gegnerischen Verteidigungszone festsetzen.
Rein statistisch gingen die Schweizer heute als klarer Favorit in die Partie. Von den letzten 20 Duellen gingen deren 17 an die Schweiz. Zuweilen fehlte aber in diesem ersten Drittel das Tempo und damit auch die Überraschungsmomente. Trotzdem kamen die Hausherren ab der 8. Minute ab und an mal zu Chancen, die durchaus zu einem Tor hätten führen können.
Doch auch die Letten vermochten den einen oder anderen Akzent zu setzen. Insbesondere dann, wenn die Schweiz mit einem schnellen Angriff hängen blieb, wurden die Letten mit dem einen oder anderen Konter gefährlich. In der 17. Minute konnten dann die Eidgenossen ein erstes Mal in Überzahl agieren. Im Powerplay liess man die Scheibe zwar gut zirkulieren, kam aber nicht zu den grossen Chancen.
Kurz nach Ablauf der Strafe traf die Schweiz zwar noch die Latte. Danach war das erste Drittel aber zu Ende. 0:0. Pause. Timo Meier analysierte die Partie nach dem 1. Drittel im SRF Interview. „Sie sind mehr Schlittschuh gelaufen, wir müssen uns im zweiten Drittel steigern.“ Wo er recht hat, hat er recht.
Die Schweiz startete dezidiert ins zweite Drittel. Roman Josi kam zu zwei Chancen in Folge und holte dabei auch noch gleich eine Strafe gegen die Letten heraus. In der Überzahl erspielten sich die Schweizer einige hochkarätige Chancen. Das Thema blieb aber wie gestern die Verwertung dieser Chancen. Vorderhand noch ungenügend. Auch heute. Anzumerken ist allerdings auch, dass der lettische Schlussmann Kristers Gudlevskis eine sehr gute Partie spielte,
Kurz vor Spielmitte schnürte die Schweiz die Letten gefühlt minutenlang in deren Defensivzone ein und kam auch zu gefühlt unzähligen Chancen. Aber immer noch kein Tor. Obwohl die Letten in dieser Phase nicht wechseln konnten und faktisch stehend KO waren. Zu diesem Zeitpunkt war auch das Torschussverhältnis eindrücklich: 28:6 für die Schweiz. Aber eben: zählen tut die Anzeigetafel und da stand’s immer noch 0:0.
Es ging allerdings genau so weiter. Die Letten kamen kaum mehr aus der eigenen Defensive heraus und 10 Sekunden nach Spielhälfte war es dann endlich soweit. Nico Hischier bediente Timo Meier, der das lang ersehnte und auch längst fällige Führungstor erzielen konnte. Kurz danach liefen die Schweizer dann aber etwas unnötig in einen Konter und der „Zürcher“ Rudolfs Balcers glich die Partie wieder aus.
Er, der seit 2023 bei den ZSC Lions als linker Flügelstürmer tätig ist. Die Schweiz war nach wie vor drückend überlegen. Irgendwie wurde man den Eindruck nicht los, dass es die Schweiz zu schön und damit auch etwas zu umständlich machen wollte. Eine solche vermeintlich umständliche Kombination führte dann aber in Überzahl zu hoch verdienten, neuerlichen Führungstreffer. Damien Riat hatte getroffen.
„Machen wir so weiter, drücken wir voll,“ so die sehr synthetische aber nicht minder richtige Feststellung von Tim Berni im SRF Interview zu Beginn der zweiten Drittelspause. Voll drücken, das taten die Schweizer grad wieder. Und gleich in der 41. Minute legte Dean Kukan für die Schweiz nach. 3:1. Der 32-jährige Kukan, der seit 2022 wieder bei den ZSC Lions spielt und zuvor unter anderem sieben Spielzeiten in der Organisation der Columbus Blue Jackets aus der National Hockey League (NHL) verbracht hatte.
Weiterhin kamen die Schweizer zu sehr guten Chancen. „Es würde gut tun, den Deckel drauf zu machen“, sprach der SRF-Eishockey-Experte Philippe Furrer aus, was die meisten vor den TV-Geräten und in der Halle dachten. Trotzdem musste man vorsichtig bleiben, denn die Letten war durchaus noch in der Lage, Nadelstiche zu setzen.
Furrer wurde in der 53. Minute erhört. Damien Riat erzielte sein zweites Tor an diesem Abend und das 4:1 für die Schweiz. Und machte damit wohl den Deckel drauf. Obwohl die Letten wieder ran kamen. In Überzahl erzielten sie in der 55. Minute das vermeintliche 4.2. Vermeintlich deswegen, weil diesem Treffer ein ziemlich klares Offside vorangegangen war. Jan Cadieux, der Schweizer Coach, hatte erfolgreich die Coaches Challenge eingesetzt.
Ein kleines Coaching Detail sei hier noch angemerkt. Für die Bully brachte Jan Cadieux fast immer Nico Hischier, der die Bullys fast immer gewann und sich dann auswechseln lassen konnte, wenn nicht seine Linie auf dem Eis war. In einem weiteren Powerplay kamen die Letten 13.3 Sekunden vor Schluss doch noch zum 4:2. Rudolfs Balcers erzielte sein zweites Tor des Abends.
Die Party an der WM in der Schweiz ist eröffnet. Und die Schweizer Nati hat mit den beiden Siegen das Ihrige dazu beigetragen. Am nächsten Montag um 20:20 Uhr spielt die Schweiz gegen Deutschland und hofft, ihr Punktekonto dann auf 9 erhöhen zu können. Danach folgen am 20. Mai gegen Österreich, am 21. Mai gegen Grossbritannien und am 23. Mai gegen Ungarn drei Partien, in denen der Sieg Pflicht ist. Die letzte Vorrundenpartie trägt die Schweiz dann am 26. Mai 2026 gegen Finnland aus.
Die Finnen, die aktuell gemeinsam mit der Schweiz die Tabellenführung der Gruppe A innehaben. Die Nordländer haben gegen Deutschlang (3:1) und gegen Ungarn (4:1) gewonnen. Der nächste Knaller in der Gruppe A folgt dann am nächsten Montag, an dem die USA und Finnland aufeinander treffen. Eishockey-online.ch bleibt für euch am Puck.
Schweiz – Lettland 4:2 (0:0 |2:1 |2:1)
Tore:
1:0 | 31.| Timo Meier (Hischier, Rochette)
1:1 |32.| Rudolfs Balcers (Smirnovs, Vilmanis)
2:1 | 38.| Damien Riat (Andrighetto, Malgin)
3:1 | 41.| Dean Kukan (Marti, Meier)
4:1 | 53.| Damien Riat (Knak, Kukan)
4:2 | 60.| Rudolfs Balcers (Vilmanis, Smirnovs)
Zuschauer
10’000 Zuschauer (ausverkauft)
Swiss Life Arena, Zürich Altstetten
Alle Spiele vom Samstag, 16. Mai 2026:
Gruppe A:
Grossbritannien – Österreich 2:5 (2:3; 0:2; 0:0)
Ungarn – Finnland 1:4 (0:0; 1:3; 0:1)
Schweiz – Lettland 4:2 (0:0; 2:1; 2:1)
Gruppe B
Slowakei – Norwegen 2:1 (1:0; 0:1; 1:0)
Italien – Kanada 0:6 (0:3; 0.3; 0:0)
Slowenien . Tschechien 3:2 nV (1:0; 0:2; 1:0)
Foto: citypress