
Die Schweizerinnen mit einem tollen Start an Olympia
Einige Stunden vor der Eröffnungsfeier der olympischen Spiele im San Siro Stadion in Mailand trugen die Schweizer Eishockeyspielerinnen ebenfalls in Mailand, in der Arena Milano Santagiulia, ihre erste Vorrundenpartie aus. Nach einem dramatischen Spiel gewannen die Schweizerinnen in Anwesenheit von Bundespräsident Guy Parmelin mit 3:4 nach Penalty. Ein hoffnungsvoller Start gegen die Mitfavoritinnen aus Tschechien.
Tschechien gegen die Schweiz, so lautete die Paarung an diesem Freitag am olympischen Damen Eishockeyturnier. Es war von der Papierform ein Spiel auf Augenhöhe. Die Schweiz hat sich schon länger, seit über 10 Jahren in der Weltspitze etabliert. 2014, bei den olympischen Spielen in Sotschi gewann die Schweizerinnen Bronze.
Auch damals drehten die Schweizerinnen einen 0:2 Rückstand und gewannen letztlich 4:3 gegen Schweden. Und auch an der heutigen Eröffnungspartie der Eidgenossinnen in Mailand lagen die Schweizerinnen gegen Tschechien 1:3 zurück, glichen die Partie zum 3:3 aus und gewannen nach einer torlosen Verlängerung die Partie im Penaltyschiessen mit 4:3.
Das tschechische Damen-Nationalteam stand übrigens lange Zeit im Schatten der tschechischen Männer. Seit 2022 haben die Damen aber, die übrigens Lionesses genannt werden, den Durchbruch geschafft. Sie gewann in den Jahren 2022 und 2023 an den Weltmeisterschaften Bronze.
Heute also kam es zur Partie zwischen den Löwinnen und den Eidgenossinnen. Das Spiel war ein echter Krimi, der an Dramatik kaum zu überbieten war. Die Schweizerinnen lagen im Schlussdrittel – wie damals 2014 gegen Schweden – mit 2 Toren zurück. Dieses Mal hiess es aber nicht 0:2, sondern 1:3. Dank Toren von Alina Müller und 140 Sekunden vor Schluss von der Kapitänin retteten sich die Schweizerinnen in die Verlängerung und später eben ins Penaltyschiessen,.
Die 28-jährige Alina Müller gilt als eine der weltbesten Eishockeyspielerinnen. Ihr Bruder Mirco Müller ist auch Eishockeyspieler und spielt seit 2021 beim HC Lugano. Alina begann ihre Karriere wie ihr Bruder beim EHC Winterthur, ging dann zu den ZSC Lions, um ab 2018 an die Northeastern University im US-Bundesstaat Massachusetts ihre Karriere im Ausland fortzusetzen. Seit 2023 spielt sie bei den Boston Fleet, also immer noch in Übersee.
Zur Heldin des Abend wurde aber eine andere Spielerin. Die erst 20-jährige Ivana Wey behielt im Penaltyschiessen zweimal die Nerven und erzielte den entscheidenden Treffer zum Sieg. Das ist umso bemerkenswerter als beide Teams bis dann je acht Mal angetreten waren und es vor Weys zweiten Penalty 3:3 stand. Wey behielt die Nerven und schoss die Eidgenossinnen zum Sieg nach Penaltyschiessen.
Mit diesen zwei gewonnenen Punkten steht die Schweiz in der Tabelle der Gruppe A auf Rang 2, hinter den USA mit 3 Punkten. Die Amerikanerinnen hatten gestern schon Tschechien mit 5:1 besiegt. Schon morgen Samstag Abend um 21:10 Uhr geht es für die Schweizerinnen weiter. Es kommt zum Kracher gegen Kanada. Die Kanadierinnen und die US-Amerikanerinnen sind die grossen Favoritinnen dieses Turniers. Beide Teams dominieren die Damen Eishockey Bewerbe seit Jahrzehnten nach Belieben.
Tschechien – Schweiz 3:4 nP (2:1 | 0:0 | 1:2)
Tore:
1:0 | 2.| Kaltounkova
1:1 | 8..|Zimmermann
2:1 | 8.| Mlynkova
3:1 | 47.| Plosova
3:2 | 50.| Müller
3:3 | 58.| Christen
Zuschauer
8’927 Zuschauer
Arena Milano Santagiulia
Foto: citypress