Heute Eishockey, morgen Unihockey

von 24.April 2026National League

Die BCF Arena zu Freiburg war heute zum 100. Mal in Folge ausverkauft. Die Playoff-Finalserie endete zum vierten Mal hintereinander mit einem Break der Gastmannschaft. Und die Freiburger Arena wird in dieser Nacht zum Unihockey-Tempel umgebaut, bevor nächsten Dienstag daselbst wieder Eishockey gespielt wird. 

Die bisherige Serie war immer eine Enge. Gottéron hatte zweimal 3:2, Davos 3:1 gewonnen und jedes Mal war es ein Break, also ein Sieg der Gastmannschaft. Auch die heutige Partie in Freiburg entwickelte sich auf die gleiche Art und Weise. Nämlich sehr eng. Davos ging in der 5. Minute 0:1 in Führung. Julian Parrée hatte getroffen. Danach fiel lange, sehr lange Zeit kein Tor mehr. Zieht man die Torschussstatistik zu Rate, so hätte Gottéron eigentlich treffen müssen. Im ersten Drittel gewannen sie diese mit 12:3 (!!), im zweiten mit 18:8. Doch eben: wer kein Tor erzielt, dem nützt auch die Torschussstatistik nichts.

In der 42. Minute hatte Davos das vermeintliche 0:2. Dieses Tor wurde dann allerdings wegen einer Torhüterbehinderung aberkannt. Rund zweieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit nahmen die Freiburger Reto Berra, den Torhüter vom Eis und ersetzten ihn durch einen sechsten Feldspieler. Gottéron konnte die Scheibe zwar im gegnerischen Verteidigungsdrittel zirkulieren lassen, doch Davos wehrte sich effizient und gestand den Freiburgern nur wenige Abschlüsse.

Und so ging auch diese 4. Partie mit einem sehr engen Resultat zu Ende. Wieder mit einem Break. Dem vierten in der vierten Partie dieser Serie. Sandro Aeschlimann im Tor der Davoser feierte einen Shutout. Er hatte von den 36 Freiburger Schüssen keinen ins Tor gehen lassen. Reto Berra hatte mit 94.7% auch eine hervorragende Fangquote, doch musste er von den 19 Torschüssen einen in sein Tor passieren lassen. Adam Tambellini, der für den am Mittwoch verletzten Filip Zadina heute ins Team gerückt war, kommentierte die Partie und auch die Serie im MySports Interview sehr zutreffend. „It’s a fun game, happy to be part of it.“ In der Tat, die Finalserie macht Spass, wenn man zusieht.

Wobei der Spass für den neutralen Zuschauer wohl grösser ist, als für die Fans der beiden Teams. Deren Nerven doch sehr angespannt sein dürften. Nach vier Partien ist trotz den Breaks eigentlich alles in der Reihe, die Ausgangslage offen und eben entsprechend spannend. Tambellini meinte zwar, dass Davos jetzt das Momentum nützen könne, aufgrund des bisherigen Verlaufs des Serie ist das wohl eher Wunsch als zu erwartende Realität.

Patrick Nemeth, der Freiburger Verteidiger fasste den Spielverlauf simpel zusammen:  „Wir hatten heute genügend Chancen, um einige Tore zu erzielen, aber wir haben keines erzielt. “  jetzt werde man das Bisherige vergessen und „dort hinauf“, nach Davos gehen und den Job erledigen. Einen Job, den die Freiburger gerne heute in der eigenen Arena erledigt hätten. Denn diese war zum 100. Mal in Folge ausverkauft. Das letzte Mal war die Arena vor gut drei Jahren, am 7. März 2023 nicht ausverkauft.

Die Begeisterung der Freiburger Fans ist also seit Jahren riesig und sie steuert langsam aber sicher in Richtung Siedepunkt. Was sicher ist: Gottéron wird am nächsten Dienstag mit Sicherheit einen weiteren ausverkauften Heimmatch austragen können. Inzwischen wird die Arena nun zweimal umgebaut werden müssen. Denn morgen Samstag, 25. April, finden ab 13:30 Uhr die Damen und danach Herren Superfinals im Unihockey in Freiburg statt. Die Arena muss also so schnell wie nur möglich zum Unihockeytempel umgebaut werden.

Die Playoff-Finals im Unihockey werden seit gut 10 Jahren mit einem sogenannten Superfinal ausgetragen. Will heissen, es ist keine Serie, sondern Meister wird, wer diese einzige Partie gewinnt. Und eben: morgen finden in Freiburg die folgenden Superfinals statt:

  • 13:30 Uhr: Damen: Kloten-Dietlikon Jets – Wizards Bern Burgdorf
  • 17:30 Uhr: Herren: Zug United – HC Rychenberg Winterthur

Beide Partien werden live bei SRF zu sehen sein. Für Spannung ist auch hier gesorgt. Werden sich die Kloten-Dietlikon Jets bei den Damen den 13. Meistertitel der Clubgeschichte und damit den 7. Titel in Folge sichern können? Oder holt die Qualifikationssiegerinnen von den Wizards ihren ersten Meistertitel. Seitens der Herren stellt sich die Frage, ob Rychenberg Winterthur seine beeindruckenden Playoffs fortführen kann. Die Winterthurer gehen gegen Zug von der Papierform als Underdog in den Final. Zug muss allerdings gewarnt sein. Denn Rychenberg hat im Viertelfinal die Tigers aus Langnau und im Halbfinal den Qualifikationssieger Wyler-Ersigen ausgeschaltet.

Die BCF Arena war heute Abend also ein Eistempel. Morgen wird der Unihockey Boden reingezogen und am Dienstag mutiert sie wieder zurück zum Eistempel.  In Freiburg steigt die Stimmung in den nächsten Tagen also aus verschiedenen Gründen zum Siedepunkt.

 Fribourg Gottéron – HC Davos 0:1 (0:1 |0:0 |0:0)

Tore:
0:1 | 5.| Julian Parrée (Barandun)

Zuschauer
9372 Zuschauer
BCF Arena, Fribourg FR

 

 

 

Foto: swissunihockey.ch