
Die Glaskugel ist zurück
Die Berner Fans sind die ganze Saison hindurch immer mal wieder enttäuscht und wohl auch etwas verärgert worden. Anders sind solche Sprüche wie hier auf dem Foto nicht zu deuten. Doch wie heisst es so schön? Nach dem Regen kommt die Sonne. Und in der Sonne darf man (herum)fantasieren, herumspekulieren und (sich) in (abenteuerlichen) Spekulationen ergehen. Vielleicht erwacht der Berner Bär doch noch. Im aller letzten Augenblick.
Bern ist in dieser Saison das drittschlechteste Heimteam. Insofern beweist das auch heute zahlreich anwesende Berner Publikum Leidensfähigkeit. Die Fans singen die ganze Saison hindurch unbeirrt ihre Gesänge. In Bern hat man sich wohl daran gewöhnt, dass der Bärengraben – der Garderobengang nahe dem Eisfeld – ab und an mal weniger wichtig ist als das Haifischbecken in der Chefetage. Die Berner Fans nehmen es auch mal mit Humor, wie das Foto zeigt. Worauf der Spruch der Fans abzielt, lest ihr in diesem Artikel. SCB – gibt es eine Logik im Haifischbecken? – Eishockey-Online Schweiz
Drei Runden vor Ende der Qualifikation auf den ersten sechs Plätzen der Rangliste alles klar. Oder ums präziser zu sagen: Die sechs Teams, die sich direkt für die Playoffs qualifizieren werden, sind quasi sicher. 9 Punkte sind noch zu holen und der 6. Lausanne hat 8 Punkte Vorsprung auf den 7. Rapperswil
6. Lausanne 81 Punkte
7. Lakers 73 Punkte
8. Zug 73 Punkte
9. Bern 66 Punkte
10. Biel 64 Punkte
11. SCL Tigers 64 Punkte
12. Kloten 61 Punkte
13. Ambri 54 Punkte
14. Ajoie 39 Punkte
Auch als gesichert kann gelten, dass Ajoie und Ambri die Playouts bestreiten werden. Falls diese denn stattfinden werden. Denn aus der Swiss League können/wollen nur Visp und La Chaux-de-Fonds aufsteigen. Und wenn nicht eines dieser beiden Teams Swiss League Meister wird, fallen die Playouts wie auch die Auf-Abstiegsplayoffs aus.
In der dritten Minute konnten die Zentralschweizer aus Zug erstmals in Überzahl antreten und erzielten nach einem guten Überzahlspiel bereits das 0:1. Wobei man anmerken muss, dass die Berner Box jetzt nicht den ersten Preis für Beweglichkeit gewonnen hätte – so er den zu vergeben gewesen wäre. Der SCB spielte weiterhin eine Statistenrolle und liess sich mehrheitlich hinten einschnüren. Zug war deutlich vifer, zweikampfstärker und schneller. Die Hoffnung, dass der SCB Besserung zeigen würde, war – wie bisher immer in dieser Saison – überschaubar.
Womit wir wieder bei der Berner Meisterschaft um die letzten zwei Play-In Plätze wären. Bern, Biel und die Tigers kämpfen um diese zwei Plätze. Wobei der SCB mit zwei Punkten Vorsprung auf die anderen Berner Teams mit einem gewissen Vorteil in dieses Unterfangen startet. Das erste Drittel Berns war schon ziemlich schlecht. Beleg dafür ist, dass die Berner im gesamten ersten Drittel gerade mal zwei Torschüsse verzeichnet hatten.
Tristan Scherwey, der heute zum best player seines Teams ausgezeichnet wurde, sah das erste Drittel positiver. „Ich fand das Spiel zu Beginn eher ein wenig langsam. Solche Momente gibt es manchmal. Wir blieben trotz dem Rückstand fokussiert.“ In der 28. Minute stieg die Hoffnung wieder. Tristan Scherwey konnte den Ausgleich erzielen. Das Tor kam irgendwie aus dem Nichts. Aber egal. Hoffnung ist Hoffnung. Allen Widrigkeiten zum Trotz.
Bern hatte übrigens im Verlauf der Partie – wie so oft in dieser Saison – sein Spiel stabilisieren und die Stärkenverhältnisse ausgleichen können. „Je länger das Spiel dauerte, desto besser kamen wir in die Partie“, bestätigte der Berner Torhüter Sandro Zurkirchen die Spielentwicklung. Gut eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit konnte Bern wieder in Überzahl agieren. Heinz Ehlers nahm sein Timeout. Vor der 60. Minute fiel kein Tor mehr. Einmal mehr in dieser Saison kam es zur Verlängerung.
Bern hatte also bereits einen Punkt im Trockenen. Ein Punkt, der wichtig werden könnte, denn sowohl Biel wie auch Langnau hatten heute verloren. Zu Beginn der Verlängerung spielte Bern noch mit 4:3 Feldspielern, konnte diesen Vorteil allerdings nicht nutzen. Ein zweiter Punkt würde die Berner Hoffnung nochmals steigern können. Denn dann hätte man 4 Punkte Vorsprung auf Biel und die Tigers. 1:1, Verlängerung fertig. Penaltyschiessen. Des Chronisten Erinnerung meinte, sich an eine positive Penaltybilanz des SCB erinnern zu können. Und so kams dann auch- Emil Bemström, Mike Sgarbossa mit einem Kabinettstück und Miro Aaltonen sicherten dem SCB im Penaltyschiessen den – wie sich nach Berechnung zeigen sollte – wichtigen zweiten Punkt.
Und die Berechnung geht so. Der SCB hat nun also vier Punkte Vorsprung auf Biel und die Tigers. Beide letztgenannte spielen am Samstag gegeneinander, womit einer der beiden an diesem Abend maximal einen Punkt machen kann. Gewinnt genau dieser dann seine letzte Partie, kann er höchstens noch punktemässig mit dem SCB gleichziehen. Und die Bilanz der Direktbegegnungen fällt zwischen Biel, Langnau und dem SCB immer zu Gunsten der Stadtberner aus. Will heissen, Bern wird im schlechtesten Falle Rang 10 belegen und ist somit vorzeitig für die Play-Ins qualifiziert.
Diese Info war auch in der Berner Garderobe mitgeteilt worden. „Wir haben es auch erfahren, das ist für uns ein sehr wichtiger Schritt. Trotzdem haben wir noch zwei Spiele und wir müssen am Samstag in Ambri bereit sein,“ meinte Tristan Scherwey nach dem Spiel. Und auch er schaute nach vorne auf die nächste Phase. „Nächste Woche machen wir uns bereit für die Play-Ins.“ Der SCB müsse weiterhin versuchen, seine Fehlerquote zu minimieren. Bern kann sich also auf die Play-Ins vorbereiten. Eishockey-online.ch hatte am 1. Januar 2026 eine Saisonprognose gewagt und lag damit nicht so falsch. Wer soll ausser Wintermeister Davos Meister werden? – Eishockey-Online Schweiz.
In den Play-Ins kommt es mit recht hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Berner Derby zwischen dem SCB und entweder Biel oder Langnau. Die Play-In Begegnung der Ränge 7 und 8 wird aller Voraussicht nach zwischen den Lakers und Zug ausgetragen. eishockey-online.ch prognostiziert wieder. Zug wird sich gegen die Lakers durchsetzen und damit die Qualifikation auf Rang 7 beenden. Der SCB gewinnt zuerst das Berner Derby und schlägt danach auch die Rapperswil Jona Lakers. Damit kommt es zu den folgenden Playoff-Viertelfinalpartien:
- Davos – Bern
- Freiburg – Zug
- ZSC – Lausanne
- Lugano – Genf Servette (wobei hier der Heimvorteil auch anders liegen könnte)
Aber klar, auch heute entspricht eine valide Prognose einem Blick in eine Glaskugel. Definitorisch bedeutet der Blick in die Glaskugel folgendes: (herum)fantasieren · herumspekulieren · (sich) in (abenteuerlichen) Spekulationen ergehen. Eishockey-online.ch ergeht sich somit – wie zu Beginn des Jahres – in eine höchst abenteuerliche Spekulation. Meister wird, wer den Playoff-Viertelfinal zwischen Davos und Bern gewinnt. Und so endet dieser Artikel hier mit einem Zitat aus unserer Saisonprognose von Anfang Januar.
Meister würde also der Wintermeister, der HC Davos. Zieht man allerdings die Partie zwischen dem SCB und dem HCD vom 19. Dezember und den entsprechen Spielbericht dazu zu Rate (Erwacht der Bär bis Ende Saison? – Eishockey-Online Schweiz) und geht man davon aus, dass der Bär bis Ende Saison doch noch erwacht. Dann, ja dann ist einiges möglich. Der Berner Coach Heinz Ehlers fasste es am Abend des 19. Dezember 2025 folgendermassen zusammen: „Die ersten 40 Minuten waren enttäuschend, die letzten 20 Minuten waren gut.“ Wenn der Bär also keine zu langen enttäuschenden Phasen einbaut, dann, ja dann…
Best Player:
Bern: Tristan Scherwey
Zug: Dominik Kubalik
SC Bern – EV Zug 2:1 nP (0:1 | 1:0 | 0:0 | 0:0)
Tore:
0:1 | 3.| Raphael Diaz (Senteler, Eggenberger)
1:1 | 28.| Tristan Scherwey (Marchon, Iakovenko)
Zuschauer
15’553 Zuschauer
Postfinance Arena
Foto: Hans Zürcher (aus Social Media)